Schützende Hüllen

Unsere Kleidung sollte eine schützende Hülle sein

Das Um- und Verhüllen spielt in unserer Modewelt eine fortwährende Rolle. Kleider sind Hüllen unserer Haut und engster Raum unseres Körpers, wie die Fassade die Hülle eines Gebäudes ist. Doch sollten wir nicht auch hinterfragen und prüfen, was wir mitunter eigentlich anziehen?

 

Kleidung berührt rund um die Uhr unsere Haut. Unsere Haut ist die Grenze zwischen innen und außen. Die Haut reguliert, wird durchblutet, die Poren sind beim Schwitzen weit geöffnet, alle Substanzen gelangen ungehindert nach innen. Wird die Grenze überschritten oder gereizt, können sich Hautprobleme, Allergien zeigen. Gerade Kinder sind aufnahmefähiger als Erwachsene, ihr Abwehrmechanismus ist noch nicht so stark ausgebildet.
 
Doch schützt uns Kleidung aus Chemiefasern?
 
Das tut sie eher nicht, wenn man bedenkt welch vielfältige Chemikalien bei der Herstellung von Textilien zum Einsatz kommen. Sie schwächen nicht nur unsere natürliche Abwehrfunktion und unsere Gesundheit, sie schädigen auch unsere Umwelt. Bakterien und Schimmelpilze werden bei der Verarbeitung von Stoffen getötet, diese Mittel nehmen wir  auch über unsere Haut auf.
Rein synthetische Chemiefasern werden auf der Basis von Erdölprodukten oder Zellulose hergestellt. Nach Verflüssigen des Rohmaterials wird die Masse durch Düsen gepresst und zu Fasern versponnen. Die eingesetzten Chemikalien sind nicht nur gesundheitsschädlich, sie sind auch ökotoxikologisch sehr bedenklich. Die häufigsten Zellulose-Fasern sind heute Viskose, Cupro, Acetat, Modal und Lyocell.

Der weltweite Mode- und Textilkonsum könnte ohne Chemiefasern und entsprechenden Farbstoffen nicht mehr gedeckt werden. Gerade junge Menschen sollten überlegen, "wie weit sie mit der Mode gehen wollen". Ich empfehle, auf knitterarm, bügelfrei und "Antiflamm-Ausrüstung" zu verzichten.


Chemiefaser:

Zellulose (wird chemisch zur Spinnmasse aufgelöst): Viskose, Modal, Acetat, Lycocell, Tiacetat, Cupro auch Kupferseide genannt (Cupro: wegen Kupferoxid-Ammoniak-Verfahren in Deutschland nicht erlaubt, kann aber in importierten Textilien sein)

Erdöl (synthetische Chemiefasern): Polyester, Polyamid, Elastan, Polyacryl, Polychlorid
 
Naturfaser:

Pflanze: Baumwolle, Leinen (Flachspflanze), Hanf, Ramie (Chinagras), Kapok (Kapokbaum), Brennnessel

Blattfasern: Sisal aus Agavenblättern, Kokos aus der Fruchthülle der Palmenfrüchte, Jute (Bastfaser), Bambusfaser

Tier: Schafwolle und Seide Tierhaare: Kamel, Lama, Alpaka, Kaschmir, Mohair, Angora


Es ist nicht immer einfach ökologisch unbedenkliche Kleidung zu beziehen, gern empfehle ich mögliche Quellen und ökologisches Waschmittel. (unter Angebote/Produkte finden Sie hautfreundliches Basiswaschmittel)